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Bürgermeisterkandidat Koerber wirft das Handtuch

Rolf Koerber wird von einem breiten politischen Bündnis als potenzieller Bürgermeisterkandidat unterstützt. Foto: (c) Hans-Jürgen Amtage

Prof. Dr. Rolf Koerber hat als Bürgermeisterkandidat des Bündnisses aus CDU, Grünen, FDP, Piraten und Bürger-Bündnis Minden das Handtuch geworfen. Foto: (c) Hans-Jürgen Amtage

Der Bürgermeisterkandidat der Kooperation aus CDU, Bündnisgrünen, FDP, Piraten und Bürger-Bündnis Minden (BBM), Prof. Dr. Rolf Koerber, hat das Handtuch geworfen. Der 48-jährige Wahl-Dresdener und Honorarprofessor an der Universität Leipzig steht nicht mehr als Kandidat zur Verfügung. Die Gründe dafür dürften vielfältig sein. Jetzt will die Kooperation den CDU-Fraktionsvorsitzenden Ulrich Stadtmann zum Bürgermeisterkandidaten küren.

Am 5. Mai war Koerber mit großer Unterstützung der fünf politischen Kooperationspartner als Kandidat offiziell aufgestellt worden. Doch bereits zu diesem Zeitpunkt dürften sich die ersten Probleme abgezeichnet haben. Denn der Pädagoge und Historiker, seit vielen Jahren in Sachsen vor allem im Bildungsbereich tätig, wollte eigentlich zunächst einmal Beigeordneter für Schule und Kultur in der Stadt Minden werden. Für die Nachfolge von Dr. Joachim Meynert hatte sich Rolf Koerber beworben. Erst dadurch waren die Mitglieder der Bürgermeisterkandidaten-Findungskommission aus Christdemokraten, Bündnisgrünen und FDP auf den 48-Jährigen aufmerksam geworden.

Der ließ sich überreden und entschied sich für das Wagnis, nicht nur als Kandidat für das Bürgermeisteramt in Minden anzutreten, sondern auch noch seine Bewerbung für die Beigeordneten-Stelle aufrecht zu erhalten. Das wurde in Teilen der Kooperation, der sich inzwischen auch die Piraten und das BBM angeschlossen hatten, bereits skeptisch gesehen. Als dann auch noch im kleinen Kreis bekannt wurde, dass jene Unternehmensberatung, die im Auftrag der Stadt die Kandidatenvorauswahl für die beiden Beigeordneten-Stellen Schule und Kultur sowie Bau und Feuerwehr treffen sollte, Koerber gar nicht auf ihrer Vorschlagsliste hatte, wurde es sehr brenzlig.

Mitglieder des eigenwilligen Fünfer-Bündnisses sollen daraufhin interveniert haben. Ziel: Rolf Koerber sollte auf jeden Fall die Möglichkeit bekommen, sich der Politik als Beigeordnetenkandidat vorzustellen. Die Vorstellung soll aufgrund der Gesamtsituation nicht glücklich verlaufen sein. Heißt es. Zum Beigeordneten gekürt würde er definitiv Anfang Juni nicht.

Der Mindener CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrich Stadtmann sorgt für Spekulationen im Rathaus. Foto: privat

Der Mindener CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrich Stadtmann soll jetzt als Bürgermeisterkandidat antreten. Foto: privat

Doch irgendwann muss es in den vergangenen Tagen innerhalb der Fünfer-Truppe aus CDU, Bündnisgrünen, FDP, BBM und Piraten kräftig geknallt haben, was Bürgermeisterkandidat Koerber möglicherweise den gegen ihn agierenden Personen sehr übel genommen hat. Von Vertrauensverlust und ähnlichen Dingen soll die Rede gewesen sein. Auch könnten noch andere Gründe mit hineingespielt haben. Private, wie es in einer Stellungnahme der Kooperation heißt, die heute Nachmittag veröffentlicht wurde.

Die Konsequenz: Rolf Koerber warf das Handtuch. Seit dem vergangenen Wochenende dürfte das den Koopertionspartnern klar gewesen sein. Die versuchten zu retten, was noch zu retten war. Ohne Erfolg – aber mit Perspektive auf einen neuen Kandidaten: Ulrich Stadtmann, der immer mal wieder im Gespräch für eine Führungsposition war.

Was im Hinblick auf Rolf Koerbers Vorgehensweise noch verständlich sein mag, ist für die Fünfer-Kooperation die Blamage schechthin, nachdem sich die Suche nach einem Gegenkandidaten für den SPD-Mann Michael Jäcke von Anfang an nicht einfach gestaltet hatte. Jetzt Ulrich Stadtmann aus dem Hut zu ziehen, ist schon, „seltsam“.

Autor dieses Kommentars: © Hans-Jürgen Amtage

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