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Morgens um sieben: Post für den Bürgermeisterkandidaten Matthias Beier – den Verirrten

Lieber Matthias Beier,

gibt es Sie eigentlich wirklich im Hier und Jetzt? Irgendwie kommen Sie mir wie ein unruhiger, von seltsamen Mächten getriebener Geist vor, der, die Schultern hochgezogen und dazwischen versteckt, durch die Stadt eilt und versucht, vergeblich die Welt zu retten.

Dass Sie wie ein politischer Geist erscheinen, liegt aber auch daran, dass Sie nur wenig – bis gar nichts – von sich preisgeben, was Sie in der real existierenden Welt so treiben. Mal als verkappter Detektiv, mal als irgendetwas Treibender begegnen Sie mir. Und es kommt noch hinzu, dass man als mündiger Wahlbürger nicht einmal weiß, ob Sie tatsächlich irgendwo an einem real existierenden Ort leben. Das schafft nicht unbedingt Vertrauen, um am 13. September hinter Ihrem Namen das Kreuz auf dem Wahlzettel zu machen. Warum ist das eigentlich so, wo Sie doch als 53-Jähriger schon reichlich Lebenserfahrung hätten sammeln können, um diese dann in das politische Leben unserer Heimat einzubringen.

Der Mindener Bürgermeisterkandidat Matthias Beier ist mit seinem Internetauftritt nicht unbedingt auf dem Laufenden. Fotomontage: Hans-Jürgen Amtage

Der Mindener Bürgermeisterkandidat Matthias Beier ist mit seinem Internetauftritt nicht unbedingt auf dem Laufenden. Fotomontage: Hans-Jürgen Amtage

Sie aber verstecken sich hinter langen Ausflüchten, wenn man eine kurze prägnante Antwort auf die gestellte Frage erwartet. Sie reagieren völlig irrational, wenn man bei Ihnen einmal etwas tiefer graben möchte, um etwas über den Menschen Matthias Beier zu erfahren. Das wirkt fast wie ein Ruf nach Zeter und Mordio, einem Schrei nach Hilfe. Doch wie soll man einem Menschen helfen beziehungsweise soll man ihn unterstützten, wenn er eigentlich nur der bereits eben beschriebene auf politischen Pfaden wandelnde Geist ist.

Dabei hätte manch eine Ihrer Ideen durchaus Potenzial. Beispielsweise die von Ihnen in allen Formen und Farben und bei jeder auch noch so unpassenden Gelegenheit gepriesene „Westfalen-Arena“. Die Idee ist zwar nicht neu, doch ihre Verwirklichung bedürfte sicherlich eines engagierten Fürsprechers. Doch sind Sie dieser Mann? Aus meiner Sicht: Nein!

Ich finde es äußerst bedauerlich, dass ich Ihnen die Umsetzung von guten Ideen auch nicht im Ansatz zutraue. Schlichtweg, weil Sie sich selbst im Weg zu stehen scheinen, um etwas vorantreiben zu können.

Hinzu kommt Ihr völlig diffuses (partei-)politisches Verhalten. Sie beklagen sich, dass die Partei Die Linke nicht mit Ihnen redet und laufen zur rechtskonservativen Alternative für Deutschland über, um mit ihr auf Kreisebene zu kooperieren. Sie agieren für die Unabhängigen Bürger und scheinen das ganze politische Spektrum von ziemlich links bis ganz weit rechts ausnutzen zu wollen. Damit stehen Sie für mich eigentlich für nichts – ein politischer Geist, der nicht greifbar ist.

Gerne hätte ich auch etwas anderes geschrieben, doch in den vielen Jahren Ihres politischen Schaffens (?) haben Sie leider nichts hinterlassen, was wirklich anerkennenswert wäre. Außer Fragen. So habe ich mich entschieden, Ihnen den Beinamen „der Verirrte“ zu geben.

Und jemandem, der herumirrt ohne ein klares Ziel zu haben, könnte zumindest ich bei der Bürgermeisterwahl nicht meine Stimme geben. Aber das ist meine ganz persönliche Ansicht. Es wird schon ein paar Wähler geben, die das anders sehen.

Ich wünsche Ihnen für Ihren weiteren Weg alles Gute.

Ihr
Hans-Jürgen Amtage

Matthias Beier im Internet: ub-mi.de

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