Amtage bloggt Was man in Minden so hört

Wenig Neues vom Alten Güterbahnhof in Minden – aber eine Chance

Die Zukunft des Alten Güterbahnhofs in Minden ist noch offen. Die Stadt könnte das Gelände kaufen. Luftbild: Edwin-Dodd.com

Die Zukunft des Alten Güterbahnhofs in Minden ist noch offen. Die Stadt könnte das Gelände kaufen. Luftbild: Edwin-Dodd.com

Ok, das Thema ist inzwischen zäh wie ein alter Kaugummi. Die Zukunft des alten Güterbahnhofgeländes wird schon solange als zukünftig beschrieben, dass es schon fast Geschichte ist. Dabei steckt in diesem Areal rechts der Weser echtes Potenzial. Vorausgesetzt, es findet sich jemand, der in die Entwicklung des mehr als 40.000 Quadratmeter großen Grundstücks investiert.

Dabei wäre es jetzt an der Zeit, die Sache mit Schwung anzugehen. Die Finger im Spiel hat immer noch die Deutsche Bahn beziehungsweise der Eschborner Immobilienentwickler Aurelis Real Estate, der insgesamt rund 14 Millionen Quadratmeter Fläche überwiegend aus dem ehemaligen DB-Besitz in seinem Grundstücksportfolio hat. Darunter auch das teilweise verseuchte Güterbahnhofsareal entlang der Friedrich-Wilhelm-Straße. Eigentlich müsste Aurelis größtes Interesse daran haben, diesen bebauten Klotz am Bein los zu werden.

Einige Zeit hatte ein Mindener Architekt sich das Vorkaufsrecht für die Fläche nördlich des Gebäudes eines Autovermieters gesichert. Doch scheint ein Vertrag nicht zustande gekommen zu sein. Vor wenigen Tagen soll die Vereinbarung ausgelaufen sein.

Damit wäre der Weg frei für einen neuen Interessenten. Angeblich gibt es derer viele. Doch wenn man schon hört, dass da jemand unterwegs sei, der der Stadt bereits 100 Millionen Euro als Sicherheit geboten habe für eine Entwicklung des Quartiers und derselbe auch noch gleich die Alte Werft mit ihrem Hafen für hochwertigen Wohnungsbau gewinnen will, dann laufen zumindest meine Synapsen schon mal heiß und führen zu ganz eigenen Einschätzungen der Lage.

Solche Heilsbringer gibt es leider viele, die da unterwegs sind und ganz Minden in einer Zeit entwickeln wollen, die kürzer ist, als eine gut funktionierende Verwaltung für die Bearbeitung eines Bauantrages braucht. Also lege ich solche Entwicklungskandidaten erst einmal beiseite und schaue in Richtung Stadt selbst. Wenn also der Architekt sein Vorkaufsrecht verwirkt hat, könnte doch eigentlich endlich die Stadttochter Mindener Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungs GmbH (MEW) aktiv werden und sich aufmachen, den Alten Güterbahnhof zu erwerben.

Das hätte den nicht unerheblichen Vorteil, dass die Stadt verhältnismäßig schnell Entwicklungsentscheidungen in diesem Quartier treffen könnte, ohne noch mit Externen verhandeln zu müssen. Und die Ideen, die es für diesen Bereich gibt, sind ja nun wahrlich nicht die schlechtesten: ob Kino oder Stadthalle, Disco, Wohnen, Gewerbe – in anderen Städten konnten solche Vorhaben in der Vergangenheit verwirklicht werden. Aus einem wenig schönen Bahnhofsumfeld wurde ein Stadtteil voller Leben. Bielefeld ist dafür ein gutes Beispiel.

Überdenken sollte man dann auch gleich einmal, wie es mit der Bahnhofskaserne weitergeht. Denn jener Immobilienmakler aus der Nähe von Kassel, der im Herbst 2012 die Kaserne kaufte und dort von „studentischem Wohnen“ bis zum Altenpflegeheim alles mögliche schaffen wollte, scheint auch nicht „in die Puschen“ zu kommen. Surft man ein wenig im Internet, liest man sogar recht unglücklich wirkende Dinge über diesen „Entwickler“.

Also kann man im Moment die Kommune mit ihrer Tochtergesellschaft nur auffordern: In die Hände spucken – und los geht’s. Das Rechte Weserufer hätte es verdient.

Autor des Kommentars: © Hans-Jürgen Amtage

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