Amtage bloggt Was man in Minden so hört

Hertie am Wesertor: Jeder nach seinem Gusto

Die Zukunft des Hertie-Gebäudes in Minden liegt weiter im Dunkeln.    Foto. Hans-Jürgen Amtage

Die Zukunft des Hertie-Gebäudes in Minden liegt weiter im Dunkeln. Foto. Hans-Jürgen Amtage

Seien wir doch einmal ehrlich. Es ist doch nicht wirklich eine Überraschung, dass es bei der Hertie-Brache am Wesertor in Minden nicht weitergeht. Nun hat der Insolvenzverwalter dem möglichen Investor Hellmich und seinem Projektentwickler noch einmal Aufschub gegeben, die Angelegenheit unter Dach und Fach zu bringen. Ende Januar 2015 ist Ultimo. Offensichtlich scheint der Insolvenzverwalter schon jetzt auf der Position zu stehen: Schluss mit lustig!

Lustig ist das ganze Hin und Her ohnehin schon lange nicht mehr. Erst die Planungspleite mit der ECE, der viel Sturm im kleinen Wasserglas unter dem Aspekt “Bürgerbeteiligung” vorausgegangen war. Dann die Hängepartie, wie es weitergeht und die Hilflosigkeit der Mindener Politik (und Verwaltung). Danach der Heilsbringer Hellmich, der es bislang auch nicht gebracht hat. Plötzlich heißt es, die Statik des ehemaligen Hertie-Gebäudes sei zweifelhaft. Seltsam, dass dem Hamburger Projektentwickler ECE das nicht schon aufgefallen ist, der viel Zeit und Geld in die Betrachtung des Objektes gesteckt hatte.

Ohnehin scheint die gesamte Statik des Projektes, das eigentlich ein Sporthaus, einen großen Drogisten und was noch alles aufnehmen sollte, sehr wackelig zu sein. Hauptgrund ist und bleibt der Grund und Boden, auf dem das Haus steht. Nicht etwa, dass der marode ist. Nein, es sind die Eigentümer dieses Grundes, die die Statik so schwach machen.

Partikulärinteressen werden von denen intensiv gepflegt. Wohl auch, weil immer noch Pacht vom Insolvenzverwalter an die vielen Grundstückseigentümer fließt und kein echter Druck besteht, sich über die Zukunft des Eigentums Gedanken zu machen. Dabei schien man auf keinem schlechten Weg zu sein, das Problem zu knacken.

Jedem nach seinem Gusto. So sollte die Devise heißen. Sprich: Jedem Grundstückseigentümer auf der Hertie-Fläche sollte entgegen gekommen werden. Der, der verkaufen wollte, hätte verkaufen können. Der, der weiterhin Erbpacht erhalten möchte, sollte die regelmäßigen Zahlungen erhalten. So wäre man jedem der in der ganzen Welt verstreuten Eigentümer des Hertie-Bodens gerecht geworden. Und doch gibt es anscheinend keine Lösung. Dumm dabei, dass jeder was anderes erzählt (wie schon zu ECE-Zeiten). Der eine behauptet: Alle Grundstücke sind gesichert. Der andere sagt: Unsinn, wir werden definitiv nicht verkaufen.

Fakt ist, wenn es nicht bald eine Lösung für die Hertie-Brache gibt, dann: Armes Wesertor! Welcher ernst zu nehmende Investor wollte das Projekt noch angehen, wenn alles andere erbärmlich gescheitert ist? Da hilft dann nicht mal mehr die schöne Weihnachtsbeleuchtung, die zumindest abends dieses kleine Quartier im leuchtenden Schimmer scheinen lässt.

Autor: Hans-Jürgen Amtage

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