Amtage bloggt Was man in Minden so hört

Irrlichternde Wandler im Rat der Stadt Mindeni

Dauerhafte politische Partnerschaft zählt bei den irrlichternden Wandlern im Rat der Stadt Minden nicht. Foto: Gerd Altmann|Pixabay

Dauerhafte politische Partnerschaft zählt bei den irrlichternden Wandlern im Rat der Stadt Minden nicht. Foto: Gerd Altmann|Pixabay

Sie sind die politischen Irrlichter im Rat der Stadt Minden. Die irrlichternden Wandler zwischen den Fraktionen und Parteien. Wer nicht aufpasst und das politische Personalgeschehen in der Stadtverordnetenversammlung genauestens verfolgt, kann sich absolut nicht sicher sein, ob der Stadtverordnete A, der letzte Woche noch der Fraktion Eins angehörte, heute nicht der Gruppe Zwei zuzuordnen oder in seine ursprüngliche Politklicke Drei wieder zurückgekehrt ist. Denn die Halbwertzeit der Wandler in (partei)politischen Gremien gleicht eher der Überlebensdauer einer Seifenblase. Gerne wird auch die Alternative „Wir gründen was Neues“ gewählt, wenn mit den anderen irgendwie gar nichts mehr geht.

Mit anderen Worten: sie nennen sich Volksvertreter, scheinen aber vor allem eher sich selbst zu vertreten. Vermutlich, um nicht in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Sie sind Piraten, Linke, liberale Fraktionisten oder tragen noch den großen Namen der kleinen FDP sowie des Rechtsauslegers AfD. Vor allem zeichnen sie sich aber dadurch aus, dass sie mit den anderen nicht über eine längere Zeit können. Dann werfen sie hin, treten aus, über oder ein. Wobei nicht einmal mehr das kann man konkret sagen. Denn ihre bisherigen Mitstreiter sind sich nicht sicher, ob der entsprechende Wandler unter den lebenden politisch Toten nun tatsächlich die Klamotten hingeworfen hat – oder gerade mal wieder einen Koller hatte, der in Kürze auch wieder verklingt.

Fatal für die Wählerschaft

Für die Wählerschaft ist das fatal. Denn mit dem Slogan, der auf der Internetseite der Stadt Minden unter dem Reiter „Politik“ angeführt wird, „Gemeinsam für Minden“, hat das gar nichts mehr zu tun. Wie soll man politischen Vertretern vertrauen, die nur Getriebene in der Kommunalpolitik sind? Deren Karriere sich durch Alleingänge, Überwerfen und permanente Unstimmigkeiten auszeichnet. Und die ständig auf der Suche nach neuen Bündnissen oder alten politischen Strukturen sind.

Inzwischen ist es schon so weit, dass Parteien und Wählervereinigungen das Sicherheitsschloss vor die Tür hängen, wenn der ein oder andere Wandler im Anmarsch ist, um politisches Asyl zu erbeten. „Der da, nein, danke!“, heißt es hinter den verriegelten Türen. Denn die Befürchtung ist groß, dass der potenzielle Bewerber das noch halbwegs funktionierende Gefüge sprengt, wenn er hereingelassen wird.

Nichts zu melden – aber auf den Putz hauen

Auch wenn sie nichts zu melden haben, diese Wandler wirbeln viel Staub auf. Manchmal werfen sie auch mit dicken Steinen, wenn sie es mal wieder den anderen zeigen wollen. Mit etwas Glück, wird das in Medien sogar ausgeschlachtet. Ohne einmal zu beleuchten und zu hinterfragen, wer da auf den Putz haut.

Gerade ist einmal wieder so eine Zeit der Wandler. Das mag mit den anstehenden Kommunalwahlen im kommenden Jahr in Zusammenhang stehen. Mit anderen völlig zerstritten, drohen diese permanent Suchenden in digitalen Nachrichten an, sie werden es der Mindener Welt schon zeigen. Dabei werden interessante Allianzen ins Spiel gebracht. Mit anderen Wandlern, die bislang noch nicht (partei)politisch tätig gewesen sind, dafür aber viel heiße Luft in Minden produziert haben. Wobei, ich will es nicht verheimlichen, manchmal hat das blinde Huhn auch ein Korn gefunden.

Jedenfalls scheint sich abzuzeichnen, dass für einige Zeit möglicherweise eine neue politische Gruppe gebildet wird, die sich dann vielleicht „Wir in Minden“ oder „Wir für Minden“ nennt. Was davon zu erwarten ist, will ich heute eigentlich nicht spekulieren. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass der Name der Gruppe eher „Wir für mich“ lauten sollte. Denn darauf wird es mit ziemlicher Sicherheit hinauslaufen: es geht ausschließlich um den Wandler und seine drohende Bedeutungslosigkeit.

© Hans-Jürgen Amtage auf „Amtage-bloggt.de“. Der Beitrag darf bei Namensnennung geteilt werden.

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1 Comment

  • Reply
    Ph. H.
    24. Juni 2019 at 15:16

    … es sind drei Körner!

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